Schneeschuhwanderung vom 5. März auf den Marianne-Hubel

Eine Schneeschuhtour der eher besonderen Art

Freitag Nachmittag, 15 Uhr. Soeben habe ich die Wetterprognosen für Samstag im Gebiet Grimmialp konsultiert, die eMail für die Angemeldeten vorbereitet und der Zeigefinger spielt mit der Sende-Taste. Ein letzter Blick zum Fenster hinaus und ja, ich riskiere es, die Tour durchzuführen. Können uns, sofern die Prognosen zutreffen, ein paar Millimeter Niederschlag pro Stunde und ein paar Grad Celsius unter dem Gefrierpunkt davon abhalten, den „Hubel der Mariannen“ zu besteigen? Können uns eine oder zwei Nebelbänke den Aufstieg vermiesen? Nein, das Risiko gehe ich ein! Wir alle sind uns ja Wetterkapriolen gewohnt, haben unzählige Trainings in Regen und Schnee absolviert. Aber wie der Zeigefinger die Sende-Taste am PC betätigt, die eMail somit den Angemeldeten die Durchführung der Tour ankündigt, beginnt es zu regnen und das nicht zu knapp.

Beinahe im Stundentakt gehen SMS ein, Angemeldete klinken sich aus. Nein, das kann ich ihnen nicht übel nehmen, zumal es sich nicht nur um wetterbedingte Absagen handelt und die Wetteraussichten alles andere als berauschend sind.

Aus fünfzehn mach acht. Zwei Autos genügen. Wir fahren zur Grimmialp. Regen bei der ARA, Regen in Oey, nasser Schneefall in Schwenden, leichter Schneefall im Zielort. Der BOSV organisiert hier Langlauf-Rennen auf nasser, klebriger Unterlage. Wenn die können, dann können wir auch. 1000 Höhenmeter warten auf uns. Die Schneeschuhe schnallen wir bei den Fahrzeugen an. Um 8.30 Uhr marschieren wir los. Wir folgen der schneebedeckten Strasse bis zur Weggabelung in der Würzi und steigen auf dem nördlichen Ast weiter auf. Inzwischen ist die Neuschneedecke auf 15 Zentimeter angewachsen. Schnee fällt und fällt, nicht in grossen Mengen, die Temperatur verhält sich wie prognostiziert knapp unter dem Gefrierpunkt und der Nebel schleicht durch den Wald. Ein richtiger Wintertag.

Nach 1¼ Stunden erreichen wir eine Alphütte auf 1600 Meter über Meer. Ein erster Halt und eine kurze Verpflegung. Ab hier wird das Spuren mühsam. Knietiefen, zähen Schnee gilt es zu stampfen. Wir wechseln uns ab. Bei der zweiten Hütte auf 1800 Meter über Meer, knapp oberhalb der Waldgrenze geht mein fragender Blick in die Runde. Abbruch oder weiter? Ein Lächeln überall. Wir steigen weiter. Leichter Schneefall, Nebel, wenig Wind, aber etwas kälter. Einzelne niedrige Bäume und Sträucher, die schon seit Jahren den Stürmen trotzen, weisen uns den Weg. Westwinde der letzten Wochen haben den Schnee verfrachtet und zu bizarren Formen aufgetürmt. Eine kleine Senke führt zum Gipfelhang. In der Regel ist dieser eisig und abgeblasen. Neuschnee sei Dank, wir haben guten Trittschnee. Dann sind wir oben. Aussicht: nein. Hat sich das Risiko gelohnt: aber ja, darin sind sich alle einig.

Der Abstieg erfolgt mehr oder weniger der Aufstiegsspur entlang. Und was niemand für möglich gehalten hätte: Die Sonne zeigt sich zaghaft zwischen vorüberziehenden Wolkenfetzen und unsere Körper werfen kleine Schatten auf das winterliche Weiss.

Daten. Aufstieg: 2h50. Abstieg 1h45.

Ich bedanke mich bei allen Teilnehmenden. Fabio

cc

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