Bericht der Schneeschuhtour vom 27. Januar 2018

Chistihubel (2‘215m)

Ein Rückblick

Lawinen? Lawinengefahr? Diese Begriffe beherrschten die Tage vor der LSV-Schneeschuhtour vom 27.1.2018. Nicht zu unrecht. Hatten doch die Davoser Lawinenforscher zunächst die Stufe 5 (sehr grosse Gefahr) für den gesamten Alpenbogen ausgerufen. Mit Abnahme der Niederschläge und den kälteren Temperaturen erfolgte nach und nach eine Rückstufung auf die Stufe 3 (erheblich). Aber ein Restrisiko bleibt.

Treffpunkt um 7h bei der ARA. Ich stosse das Thema nochmals an. Selbst meine Äusserung, der Regen der letzten Tage bis hinauf auf 2‘000m habe die Schneeschichten stark durchnässt und schwer gemacht, sodass alles was nach unten wollte auch abgerutscht sei, die Lawinengefahr somit nahezu null sei, vermochte nicht alle zu überzeugen. Das Restrisiko flackerte in den Augen mehrerer Teilnehmer.

Trotzdem, um punkt acht Uhr starteten wir beim Tschingelsee im hinteren Kiental. Es lag fast kein Schnee auf 1‘100m, der Parkplatz eine einzige Eisfläche. Die steilste Postautostrasse Europas, in anderen Wintern durchgehend schneebedeckt, war bis kurz vor der Griesalp (1‘400m) nur mit Schneeresten bedeckt, wenn überhaupt.

Ab hier nahm die Schneehöhe rapid zu. Die Oberfläche war mit tiefen Rillen durchzogen, ein Zeichen der Regenfälle der letzten Tage. Die Route führte durch lichten Wald, vorbei an ehemaligen Gletschermühlen und einem Alp-Lehrpfad.

Den ersten Halt schalteten wir nach 1½ Stunden Gehzeit ein, bei den Alphütten des Mittelbergs auf 1‘720 Metern. Unser Tempo war ein wenig zu forsch gewesen, denn die Sonne erreichte diesen Punkt erst nach unserem Abmarsch.

Die Elfergruppe schwenkte nun ein in das Dünden-Tal, folgte der Sohle dieses Tales und erreichte die Hütten der Alp Ober Dünden auf 2‘000m. Hoch über uns der so weit entfernt scheinende Gipfel, der bereits von der Sonne beschienen wurde.

Wir waren tatsächlich die Ersten, welche an diesem Tag den Gipfelhang in Angriff nahmen. Ruhige Schritte bei mässiger Steigung und punkt elf Uhr standen wir oben. 1‘100 Höhenmeter in 3 Stunden, wir durften stolz sein auf diese Leistung.

Nach einer dreiviertelstündigen Mittagspause rutschten wir dem Restaurant auf Griesalp zu. Der Berg hatte alles zu bieten, von Pulverschnee über windgepresste Platten bis zu zentimeterdickem Harst. Aber hinunter geht es allemal einfacher und in Erwartung der Erfrischung war die Müh zu ertragen.

Ab der Griesalp verzichteten wir auf die Montage der Schneeschuhe. Aufgeschnallt auf den Rucksack oder in den Händen getragen waren wir schneller. Lockere Gespräche machten die Runde, von Restrisiko keine Spur mehr.

Ich bedanke mich bei Daniela, Marianne P., Marianne Z., Rita, Sonia, Susanna, Hans Sch., Hans Z., Sam, Silvio und Walter für die angenehme Begleitung.

Fabio

Und übrigens: das Wetter zeigte sich entgegen der Wetterprognose von der besten Seite (siehe Fotos).

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